Afierossis CD

"Das griechische Wort "afierossis" ist ein Portmanteau von "Widmung" und "heilig". Auf dieser eindrucksvollen Aufnahme erkundet der aus Athen stammende Cellist Michael Heupel beide Bedeutungen in einer Reihe von Werken des 20. und 21. Jahrhunderts für Solocello, in denen persönliche Leistung und Memorialisierung im Zentrum der Musik stehen ... Die Interpretation von Heupel ist besonders überzeugend, sie enthüllt die geheime Schichten der Musik und behaltet gleichzeitig ihre strukturale Gesamtform bei."
- Gramophone Magazin, UK

 

".. reizvoll, auch ungewohnt.. Heupel interpretiert in intensiv eigenem Ton und hat sich die Werke ganz zu eigen gemacht... er pflegt einen energischeren Zugriff als frühere Einspielungen, was der Musik gut tut. Gleichzeitig überhetzt er nichts, sondern lässt vielmehr die Dichte für sich sprechen."
- Klassik Magazin, Deutschland

 

Das griechische Wort Afierossis (αφιέρωσις) heißt auf Deutsch übersetzt "Widmung". Es beinhaltet das Wort Iero (ιερό) welches "heilig" bedeutet. 

Die Beziehung, die durch eine Widmung zwischen einer Person und einem musikalischen Werk entsteht, hat für mich etwas Heiliges an sich. Musikwerke, genau wie alle Kunstwerke, haben ein Leben jenseits der Zeit. Solange sie von Menschen gespielt oder gehört werden, bleiben sie unsterblich. Eine Widmung verleiht ihrem Empfänger einen Teil der Unsterblichkeit des gewidmeten Werkes.

 Auf dieser CD habe ich versucht eine bunte Mischung aus mehr oder weniger bekannten Werken für solo Cello aus dem 20. und 21. Jahrhundert zusammen zu bringen. Jedes Werk ist jemandem gewidmet. Manchmal ist es ein Interpret wie Mstislav Rostropovich und manchmal ein Politiker wie György Aczel oder sogar eine fiktive Person wie Alexander Knight. Ich bin sehr glücklich und geehrt selbst der Empfänger einer Widmung bei der Kretischen Suite der griechischen Komponistin Efi Markoulaki zu sein.

Die Auswahl der Werke, obwohl ausschließlich zeitgenössisch, ist sehr vielseitig und abwechslungsreich. Waltons "Passacaglia", die er kurz vor seinem Tod schrieb, war für mich schon immer ein Abschied und eine Hommage an die Schönheit der materiellen Welt und bildet somit den optimalen Anfang für diese Aufnahme. Bertold Hummels "Fantasia II: in memoriam Pablo Casals" zeigt die verschiedensten Spieltechniken und Klangfarben auf dem Instrument und nimmt gleichzeitig Bezug auf die Vergangenheit, indem sie die vertonbaren Buchstaben der Namen von Bach (B A C H) und Casals (C A S A S) als auch die erste Zeile des gregorianischem Te Deum Laudamus enthält. Pendereckis "Per Slava", ein zeitgenössischer Klassiker im Cello Repertoire, erweckt ganz andere Assoziationen, obwohl es das gleiche Grundmaterial benutzt, nämlich die Tonfolge B A C H. Kurtags zwei Miniaturen, "Pilinszky János: Gérard de Nerval" und "In memoriam Aczél György", mit ihrer scheinbaren Einfachheit und einem fast subtraktiven Charakter, stehen im direkten Kontrast zur voluminösen und virtuosen "Toccata Capricciosa" vom mehrmals oscarnominierten Komponisten Miklós Rózsa. Die "Cretan Suite" von Efi Markoulaki bearbeitet mit zeitgenössischen Techniken die traditionelle Musik der Insel Kreta, eine Musik die sich seit der Renaissance nicht erheblich verändert hat und mich seit meiner Kindheit begleitet hat. Sallinens "Elegia Alexander Knight'ille" bietet einen sehr innigen Moment der Entspannung, vor der "Sonata for solo cello" von György Ligeti die, mit ihren zwei kontrastierenden Sätzen - einen fast erotischen Dialog und ein von der Virtuosität Paganinis inspiriertes Capriccio - die Aufnahme abschließt.

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